Ich habe mir lange tiefe Gedanken über GEIST und SEELE gemacht.
Der GEIST war früher der Inbegriff des Spirituellen (Spirit = Geist).
Der „Wissenschaftswahn“ (R. Sheldrake) im letzten Jahrhundert hat die Seele
ganz aus unserem Bewusstsein verdrängt. Selbst die Psychologie wurde „seelenlos“, sie sah die Seele maximal als einen „Apparat“ (S. Freud).

GEIST und SEELE sind ja die beiden „Supermächte“ des Spirituellen.
Männer sind eher die Propheten des Geistes, Frauen eher Prophetinnen der Seele.
Bei aller Liebe: Doch wir sind bei solchen Vorstellungen bereits in der TRENNUNG.
Ausdruck dieser unheiligen und unheilsamen Trennung ist hier die Wissenschaft
und dort die Astrologie, biblisch verfeindet wie Kain und Abel.

GEIST und SEELE können nur zwei Aspekte desselben SEINs sein.

Ich sehe es so: Wenn das Göttlich EINE sich in ZWEI unterscheidet, dann nimmt
das eine weiblich-mütterliche, und das andere männlich-aktive Form an.
Es ist ein Tanz, ein Paar-Tanz von Geist und Seele. Und sie können ihre
Führungsrolle wechseln: mal führt der Geist, mal führt die Seele.
Wir sollten lernen, uns im Tanz führen zu lassen.

Heute erreicht mich das Buch von Peter Pfisterer „Vom Saulus zum Paulus“, das in meinem Verlag DIE SEELE erschienen ist. Es ist überraschend toll geworden, weil es über 300 Seiten hat und im Softcover („Taschenbuch“) gebunden ist.

Zum Inhalt des Buches: Der Autor kommt in seinem Leben an einen Punkt, der ihn endgültig in die Knie zwingt. Ein Neuanfang kostet ihn schon sehr viel Überwindung, ist aber letztlich unausweichlich. Er hängt seinen Job an den Nagel und wendet sich dem zu, was nun in sein Leben treten will, was ihn schon seit langem zum Ausbruch drängt: Spiritualität.
Er dreht in den darauf folgenden Monaten sein Leben komplett auf den Kopf und trifft dabei in sich selbst und seiner Umgebung auf unerwartete Widersprüche und Widerstände. Er startet ein Fernstudium zum spirituellen Lebensberater, erlebt dadurch den neuen, anstehenden Lebens-Zyklus und stolpert so von einer Erkenntnis zur anderen.

Wahrlich ein Seelenbuch, das den eigenen Seelenweg auch für andere leicht nachvollziehbar reflektiert.

Das Buch ist über Amazon erhältlich (ISBN 9798403804493).

Natürlich hat mich der Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine auch überrascht und geschockt.
Und ich will gleich vorwegnehmen: ICH VERURTEILE DIESEN EINMARSCH!

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Der urkainische Präsident Selenskyj: Todgeweihter oder Held? (Foto: ntv)

Doch ich frage mich: Wie konnte es dazu kommen? Was für eine Logik hat die Aggression? Nicht um Verständnis aufzubringen, sondern die „Logik des Bösen“ zu verstehen.

Irgendwann frage ich mich: Die Rede ist immer wieder von der NATO. Was ist eigentlich mit dem WARSCHAUER PAKT? Ich muss im Internet nachsehen, um belehrt zu werden: GIBT ES NICHT MEHR! Hatte ich längst vergessen!

Der Warschauer Pakt wurde schon 1991 von Gorbatschow (einseitig) aufgelöst. Und inzwischen sind die baltischen Staaten und Polen (einstmals Mitglieder des „Warschauer [Hauptstadt Polens] Pakts“) nun Mitglieder der NATO. Weiter sind ehemalige „Sowjetrepubliken“ (wie Georgien und die Ukraine) selbständige Staaten und streben die Mitgliedschaft in der EU und der NATO an. Das ist natürlich ein enormer Machtverlust für Russland, ein dramatisches Verschieben der Machtverhältnisse in Europa. Das muss man einfach sehen! In der Zeit der Sowjetunion war der „rote Zar“ STALIN nicht einmal ein Russe, sondern ein Georgier.

Nun bin ich überzeugt davon, dass diese Entwicklung seit den letzten 30 Jahren zeigt, wie KRAFTVOLL die DEMOKRATIE ist -. und all diese Veränderungen ein Ergebnis der Freiheitsbewegung der Völker ist, sogar in Russland selbst. Ich denke an die Solidarnosc in Polen (Lech Walesa) und Alexander Dubczek in der Tschechoslowakei für einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Auch die Macht der herrschenden Klasse in Russland bröckelt, denken wir an den russischen Oppositionsführer Alexej Nawalny. Und was macht und reaktionäres System mit den Rücken an der Wand? Es führt einen „Befreiungs-Krieg“ nach außen, um die innere Macht wieder zu stärken.

In den engagierten Diskussionen ist für mich einmal das Wort gefallen, dass eigentlich für den deutschen Imperialismus reserviert war: REVANCHISMUS. Für Deutschland ist gemeint, dass Revanchisten eine „Revanche“ wollen für die im Krieg verlorenen Gebiete. Auch Putin will durch innere Konflikte getrieben einen Revanche für den dramatischen Verlust an Macht gegenüber der alten Sowjetunion. Da hat einer die Rechnung ohne die Völker gemacht. Ja, ich glaube mehr denn je an die MACHT und KRAFT der DEMOKRATIE!

fasnacht-hofdere.ch

Die Schweiz trägt wieder Maske. Es geht ab morgen wieder los: die heißen Fasnachtstage! Ich komme als Deutscher auch aus einer Karnevals-Hochburg: Köln-Leverkusen (Kölle, Alaaf!), bin eine rheinische Frohnatur. Doch es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Kölschen Karneval und der Schweizer Fesnacht, der mir in früheren Jahren sofort aufgefallen ist:

Die Musik ist in der Schweiz sehr laut, die Masken sehr gruselig! Die Schweizer Fasnacht ist dem ursprünglichen Sinn noch näher: die Vertreibung der bösen Winter-Geister: den Teufel mit dem Belzebub austreiben!

Fotos: Joe Kaeser

Dann möge die Fasnacht hier die bösen Corona-Geister verjagen!
Ja, das würde mir gefallen, da bin ich dabei – auch nur mit einer roten „Schnapsnase verkleidet“! Und ich spüre tatsächlich, dass meine Gedanken an Fasnacht mein Nach-Corona-Herz weiter öffnet.

Ich gehe ins COOP für den Wochenendeinkauf und merke plötzlich: Ich bin der einzige im Laden, der noch eine Maske trägt! Nach Frage werde ich gleich aufgeklärt! Ja, die Maskenpflicht ist im Kanton Luzern seit Donnerstag „Schnee von gestern“, gerade rechtzeitig vor Karneval. Ich reiße mir natürlich auch sofort die Maske vom Gesicht.

Es geht mir hier aber um mehr als diese kleine Episode. Ich war überrascht, was es mit mir gemacht hat! Es war nach De-Maskierung ein ganz neues (altes) Lebensgefühl der Freiheit, des Wiederdurchatmens, als ob eine Naturkatastrophe oder eine Depression zu Ende sei. Beim Einkauf habe ich mir „zur Feier des Tages“ gleich 3 Piccolos mitgenommen.

Ich hätte nicht gedacht, dass all das auf meine Psyche doch einen starken Eindruck hinterlassen hat – der ganze „Zirkus“ ist mir offensichtlich doch nicht „am Arsch vorbei gegangen“. Und frage mich gleich: Wie muss es in der ganzen Zeit Kindern ergangen sein?

Ich mache mir überhaupt keine Illusionen, dass wir mit solchen PANDEMIEN künftig häufiger rechnen müssen, diese Corona-Pandemie vielleicht erst eine Art „Vorspiel“ war. Es interessiert mich auch nicht, ob die Pandemie eine neue Art des Weltkrieges ist (in Laboren gezüchtet und von langer Hand geplant), oder eine Art biblische Plage als Zorn Gottes oder Rache der Natur (Fledermäuse). Jedenfalls habe ich dem Druck, mich impfen lassen zu müssen (sonst wäre ich ein Asozialer) stand gehalten. Ich fühle mich körperlich unversehrt. Und vielleicht bin ich sogar ein GENESENER, nachdem mein Immunsystem einen Anflug von Gruppe souverän weggesteckt hat. Selbst das interessiert mich nicht zu testen.

Am Ende dieser Pandemie, die mich auch „müde des Lebens“ gemacht hat, steht die Frage nach dem Weg zum Göttlichen Menschen. Bin ich an der Schwelle? Bin ich bereit, mir für die nächsten 18 oder 20 Jahre dieses Ziel bewusst zu setzen? Was wäre der Höhepunkt meiner diesmaligen Inkarnation und was könnte der Seelenauftrag meiner nächsten Inkarnation sein?

Die Beschimpfung „Eso-Tante“ ist schon übel, ein Schimpfwort aus dem Arsenal des Geschlechterkampfes. Frauen sind heute gegenüber den Männern (wenn ich mir diese Pauschalisierung erlauben darf) spirituell weiter entwickelt – um „Lichtjahre“. Und es ist generell für einen nicht-spirituellen (materialistisch orientierten) Mann schwer (nahezu unmöglich) zu verstehen, was spirituelle Frauen überhaupt meinen. Sie haben von ihrer Bewusstseinsstufe keine Chance, Frauen zu verstehen, wie Kinder Erwachsene nicht verstehen können, einfach „zu hoch“. Es sind Welten des Miss- und Unverständnisses und „Öl aufs Feuer“ des Geschlechterkampfes. Ein gewisser „Hexenkult“ erlebt bei spirituellen Frauen eine Renaissance und das Schimpfwort „bitch“ (eng. ursprünglich „läufige Hündin“ auch Hexe) ist zu einem Schimpfwort geworden wie „Schlampe“. Mann will Frau auch mit sprachlicher Gewalt klein halten.

(c) Pixabay darksouls1: Weibliche Magie mit einem Schuss Sex

Es geht mir hier nicht darum, eine Hoheslied auf spirituelle Frauen zu singen, sondern unsere kleine Reihe zur Philosophie des geistigen Yoga soziologisch-kulturell zum Abschluss zu bringen.

Was ist überhaupt „Esoterik“? Eine kleine Aufklärung:

Der Grieche PYTHAGORAS, der letzte Samurai der griechischen Weisheitslehren (ca. 500 v.Chr.), nannte den inneren Kreis seiner Schüler ESOTERIKER, den äußeren Freundeskreis der Unterstützer EXOTERIKER. Ja, seine Mysterienschule war später ein Geheimbund und kein „öffentlich zugänglicher Verein“, weil die Mitglieder eine gewisse spirituelle Reife brauchten, eine Schule, die sehr streng war. So musste ein Novize (ein Anwärter) fünf Jahre „schweigen“ (in sich gehen; Meditation lernen), um überhaupt aufgenommen zu werden. Ein anderes Aufnahmekriterium war der Vegetarismus. Pythagoräer verabscheuten es, Tiere | Fleisch zu essen. Noch ein wichtiges Kriterium: Männer und Frauen waren in der Schule des Pythagoras schon vor 2.500 Jahren gleichgestellt. Die Tochter des Pythagoras übernahm später – nach dessen „Tod“ – die Leitung der Schule.

Ein lokaler Fürst wollte Mitglied der Schule werden und wurde von Pythagoras nicht aufgenommen, weil dieser mit seiner EGOZENTRIK nicht in die Schule passte. Er war über die Ablehnung so erbost, dass er die damalige noch öffentliche Schule des Pythagoras abbrennen ließ. Seit dieser Katastrophe gingen die Pythagoräer mit ihrer Mysterienschule „in den Untergrund“ (würde man heute sagen). Also: Alles leicht nachzuvollziehen und nichts Mysteriöses, keine überhebliche Geheimniskrämerei. Ein „Esoteriker“ zu sein, war eine Auszeichnung, der sein Leben ganz dem Göttlichen widmete, eine Ordensschwester, ein Ordensbruder, wie wir heute sagen würde.

Die Mysterienschule des Pythagoras war in gewissem Sinne ein „Kloster der Esoteriker und Esoterikerinnen“, also ein spirituelles Zentrum.

Das legendäre Jahr 1968 (ich war 17) war im wahrsten Sinne weltbewegend. Dabei geht es mir jetzt nicht im engen Sinne um dieses eine Jahr, sondern diese Dekade – in Stichworten: Kulturrevolution in China, Rebellion im „Ostblock“ (die Tschechoslowakei probt unter Dubcek den „Aufstand gegen Moskau“), im Westen (Paris, Berlin) gingen Studenten auf die Barrikaden, in Kalifornien blüht die Flower-Power-Bewegung mit einer neuen Sub-Kultur auf, das NEW AGE als „Wassermannzeitalter“.

Männer gingen auf die Barrikaden, Frauen revolutionierten die private Welt, ihre Domain. Dieter Duhm brachte es auf den Punkt: „Revolution ohne Emanzipation ist Konterrevolution“ (1973). Die Zeit war nicht nur eine öffentlich-politische Revolution, sondern auch eine sexuell-private.

Alle Säulen des bestehenden Systems begannen zu wackeln, die traditionellen Kirchen erlebten einen Aderlass: Kirchenaustritte – und hinterließen bei den vormals „Gläubigen“ eine spirituelle Leere. Der Mensch aber ist ein “ glaubender Mensch“ und braucht eine transzendente Orientierung.

Ken Wilber 1982 | dt. München 1988

Um diese religiöse Leere zu füllen, entwickelte sich weltweit eine „Neue Spiritualität“ – zunächst ein wirres Konglomerat aus Hinduismus (Meditation und Yoga), Buddhismus (Leere, Achtsamkeit), Schamanismus (Naturreligionen um MUTTER ERDE), Daoismus (Yin-Yang der chinesischen Spiritualität), Gnosis (christliche Mystik), Sufismus (Mystik des Islam), Kabbalismus (Mystik des Judentums).

Wir leben noch mitten in diesem Prozess und es wird sicher noch lange dauern, bis diese „Neue Spiritualität“ dem Krabbel- und Kindesalter entwachsen ist. Eine gewisse Rolle als spiritueller Weltführer spielt dabei der Dalai Lama. Doch – und darauf will ich hinaus – diese Bewegung der Neuen Spiritualität wird vor allen Dingen von Frauen getragen – mit der Integration des Sexuellen ins Spirituelle, der Todfeinde der alten Religionen (hier nur als Stichwort: Tantra Yoga, eine Schule der Frauen).

Mein Zugang zur Mystik (Samadhi, Einssein mit dem Göttlichen) ist die Zahlen-Mystik.

Dazu habe ich sogar mein erstes Buch geschrieben: „Zahlen-Mystik als spiritueller Weg. Eine Seelenreise zu Pythagoras“.

1. Auflage 2018

Zahlen-Mystik bedeutet das Göttliche in Zahlen zu erfahren, kurz:

Das Reich des Göttlichen …

… in der NULL = Leere, Nirvana
… in der EINS = Monotheismus
,,, in der ZWEI = Göttliche Dualität: Schöpfer – Geschöpf
… in der DREI = Trinität: Schöpfer – Erschaffen (Prozess) – Geschöpf (ER-geb-nis)
… in der VIER = Materie | Mater (lt. Mutter) | Mutter Erde | Natur
… in der FÜNF = MENSCH als „Gottes Sohn“ (und Tochter)

Pythagoras selbst hat sich nicht nur mit der Zahlen-Mystik beschäftigt, sondern auch mit der Geometrie. Jeder lernt im Geometrie-Unterricht den „Satz des Pythagoras.“

Die HEILIGE GEOMETRIE ist eine spirituelle Sichtweise auf die Natur. Die Natur ist in ihrer Erscheinung nicht geometrisch! Es gibt keine geraden Linien, keine perfekten Kreise (auch Sonne und Mond nicht), keine rechtwinkligen Dreiecke usw. Doch allen Formen in der Natur liegen die Formen der Heiligen Geometrie zugrunde. Es ist sozusagen ihr Wesen hinter der Erscheinung.

Ich denke, eine vollkommen ausgeführte Asana kommt sehr nahe an die Formgebung der Heiligen Geometrie. Es beginnt mit dem Aufrichten! Uns unterscheidet vieles von unseren „biologischen Verwandten“, den Primaten. Eines ist direkt sichtbar: der aufrechte Gang!

(c) Pixabay Alexas Fotos

Der Sinn der Asanas ist es, den Körper harmonisch auf- und auszurichten. Wir erkennen in ihm, wie die „Heilige Geometrie“ in der Evolution immer mehr zum Ausdruck kommt und in ihrem Wesen sichtbar wird. Besonders schön hat dies Leonardo da Vinchi in seinem vitruvianischen Menschen dargestellt:

Natürlich sind Yoginis und Yogis sehr gelenkig. Ein Gesundheits-Spruch lautet: „Du bist so alt wie deine Gelenke“. Aber darum geht es mir hier nicht. Mir geht es hier darum, dass Asanas fast geometrische Schönheit annehmen wie folgendes Bild eines Asanas beispielhaft zeigt:

Aus der „Yoga-Bibel“ von Christina Brown
(c) Christina Brown

Ich habe in letzter Zeit wieder den starken Seelenimpuls:

Bring dein Leben in Ordnung!

Ich kenne diesen Impuls: Ich habe immer wieder Lebens-Phasen, da ermahnt mich meine Seele, mein Leben in Ordnung zu bringen! In diesen meist Krisen-Zeiten habe ich gelernt, was meine Seele damit meint:

Es geht nicht um die „totale Ordnung“, das ist einerseits nicht möglich, andererseits verleiten solche Gedanken uns zum „Totalitarismus“. Wohin der politische Totalitarismus führt, kennen wir aus der Geschichte: in den Krieg. Aber auch die Obermeister des Internets streben einen gewissen TOTALITARISMUS an, was genauso fatal enden kann. Das Pendel schlägt dann um in physische Zerstörung und mentale Verwirrung.

Es braucht im Leben auch UNORDNUNG. Mir gefällt der Begriff CHAOS besser. der altgriechische Begriff CHAOS heißt Unordnung. Der altgriechische Begriff für Ordnung heißt übrigens: KOSMOS (schön, oder?).

Wenn alles 100% „in Ordnung“ ist, keine Unordnung mehr, können wir auch sagen: Ruhe in Frieden! Der „totale Frieden“ ist auch eine Art Totalitarismus: der Totalitarismus des Todes, des Stillstandes. (Die Entropie hat gewonnen!)

Da, wo CHAOS ist, da ist noch LEBEN! Mehr noch: Da ist Kreativität! Denn das Chaos strebt nach Ordnung. Das ist die kreative Ader des Chaos. Man kann dies leicht bei kreativen Menschen, Künstlern beobachten. Sie sind irgendwie alle „Chaoten“. Denn dieses „relative Chaos“ ist die Quelle ihrer Kreativität.

Ist „Gott“ als Schöpfer vielleicht der Ober-Chaot? Begann der uns bekannte Kosmos im „Urknall“ nicht mit dem TOTALEN CHAOS und den elementaren Streben des KOSMOS nach Ordnung?

(c) Pixabay geralt

Politisch hat der Begriff „Chaoten!“ seinen Platz gefunden: Die „Ordnungsmächte“ bezeichnen die (meist linken) jugendlichen politischen Kräfte pauschal als „Chaoten“. Das sagt aber mehr über die „Ordnungs-Fanatiker“ aus als die Kräfte der Veränderung. Die Ordnungsmächte schüren politisch bewusst ANGST vor dem Chaos. Menschen in Angst sind leicht zu VER-führen.

Für mich würde ich sagen: „Ich habe die Ehre, ein Chaot zu sein!“, also eine treibende Kraft der Veränderung, der Transformation. Das wurde mir als WASSERMANN schon in die Wiege gelegt (gar im Zeugung-AKT?) Meine Seele weiß, dass ich auf diese Weise als „geborener Chaot“ leicht aus der Balance kommen kann und mahnt mich immer wieder: „Bring dein Leben in Ordnung“. Genauer: Bring dein Leben wieder in die Ordnung deiner Seele!

Okay, alles schön und gut. Doch was hat das mit YOGA zu tun?

Yoga versteht sich als GANZES als achtgliedriger Weg zum göttlichen EINSSEIN („samadhi“);

Aus: Der Weg des Yoga, Petersberg 2003 S. 75 – 76

Wenn wir als Yoga-Schülers (genderfrei) in einen Yoga-Kurs einsteigen und Asanas lernen, dann steigen wir schon ins dritte Glied des Yoga-Weges ein, ohne uns dessen bewusst zu sein. Die ersten zwei Glieder (als Basis des dritten) sind GLIEDER DER ORDNUNG. Yoga setzt eine gewisse LEBENSORDNUNG voraus:

(1) YAMA als allgemeine-ethische Ordnung und (2) NIYAMA als eine besodere körperlich-spirituelle Ordnung. Deren Bedeutung hier nur kurz in Stichworten, um sich überhaupt darunter etwas vorstellen zu können:

YAMA meint als ethischer Verhaltens-Codex:

  • Gewaltlosigkeit
  • Wahrheitsliebe
  • Freiheit von Habsucht
  • Keuschheit
  • Freiheit von Begehren

(Ich denke dabei ganz automatisch an das kleine religionsübergreifende Büchlein von Dalai Lama: „Ethik ist wichtiger als Religion“, Salzburg 2015)

NIYAMA meint den „Flow als Strom gegen die Trägheit“:

  • Reinlichkeit
  • Zufriedenheit
  • Strenge (mit sich selbst)
  • das Studium des eigenen SELBST (als Einheit von Körper-Geist-Seele)

Wenn meine Seele mich ermahnt, mein Leben in Ordnung zu bringen, dann meint sie diese beiden BASIS-Stufen (Glieder) des Yoga, jedenfalls kann ich so den leisen, aber auf- und eindringlichen Impuls meiner Seele besser interpretieren.

Beim Aufräumen „stolpere“ ich heute über ein Buch in meiner Bibliothek, das mich umhaut, ein Buch des bekannten Yogis Paramahansa Yogananda (Autor des Buches „Autobiographie eines Yogi“): Der YOGA JESUS (Auszüge aus den Schriften Yoganandas)

Self-Realization Fellowship dt. 2009 NewYork

Umgehauen, weil ich das bisher ungelesene Buch längst vergessen hatte und umgehauen, was den Inhalt betrifft. Wußte meine Seele schon seit JAHREN, dass ich einmal für dieses Buch reif sein würde und sorgte dafür, dass ich das Buch dann zur rechten Zeit zur Hand haben würde??!! Meine Seele bestätigt mir, dass es eine gute Idee ist, sich von ihr FÜHREN zu lassen. DANKE, SEELE!

JESUS wird in dem Buch als AVATAR und YOGI gesehen. Zunächst aber die Definition von YOGA aus dem Buch:

Das Wort YOGA bedeutet „Vereinigung“, d.h. Vereinigung des individuellen Bewusstseins oder der Seele mit dem Universellen Bewusstsein oder dem GEIST. Obwohl viele Menschen beim Yoga nur an körperliche Übungen denken – an die ASANAS oder Körperstellungen, die in den vergangenen Jahrzehnten weltweit Popularität erlangt haben -, sind diese Übungen jedoch nur der oberflächliche Aspekt dieser tiefen WISSENSCHAFT (Hervorhebung JS), mit der sich das unendliche Potential des menschlichen Geistes und der Seele entfalten lässen.

A.a.O., S. xiii (im Vorwort)

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass alles, was ich von meinen Guru und den ehrwürdigen Meistern Indiens empfangen habe, genau mit dem übereinstimmen, was die Lehren Christi mir vermitteln.

DER YOGA JESU, S. 17

Insbesondere das Kapitel „elektrisiert“ mich: „Die höchste Lehre Jesu: Wie man ein Christus wird“. Ich hatte vor einigen Jahren die Intuition empfangen „ICH BIN ein CHRISTUS“ und hatte sehr mit mir zu ringen, diese „Auszeichnung“ anzunehmen (eine alte Freundin verteufelte mich dafür!) CHRISTUS kann in jedem Menschen wiedergeboren werden! Stell dir vor, alle Menschen auf dem Planeten (sagen wir bescheidener: 70 %) wären in diesem „Christus-Bewusstsein“. Wir hätten eine andere Menschheit, die nächste Stufe der Menschheit im Sinne des „supramentalen Menschen“ (Sri Auribindo).

Wir wissen, dass in der Biographie des Jesus von Nazareth insgesamt 18 Jahre seit seinem 12. Lebensjahr fehlen! War JESUS auf Pilgerreise in Tibet und Indien?! Tatsächlich ist die Spiritualität der indischen Kultur zur Zeit von Jesus, dem Christus, der Leuchtturm auf dem Planeten gewesen und ein Anziehungspunkt für spirituell entwickelte Menschen – und ist dies noch bis in die heutige Zeit geblieben (ICH SELBST war vor einigen Jahren auch auf einem Meditations-Retreat in Südindien im „Goldenen Tempel“). Und das Geburtsland von Jesus, Palästina, ist DAS DREH-KREUZ zwischen OST und WEST. (Es lebe Palästina!)

Es gibt jedenfalls keinen Zweifel, welches Buch ich als nächstes lesen und studieren werde! DANKE, dass es mir eben in die Hände gefallen ist. Und Danke auch an meine Bibliothek, die sicher noch andere verborgene Schätze birgt.

Ehrlich: nur ein Teil meiner Bibliothek

Noch ehrlicher: Als ich jetzt krank war, dachte ich gar an „Bücherverbrennung“: Es ist eine absolute Last bei Umzügen die ganze Bibliothek mitzuschleppen. Als ich von Frankreich in die Schweiz gezogen bin, verdonnerte mich der Schweizer Zoll zu einer Strafe von 1’000 Schweizer Franken, weil der Transportlaster (7,5 t) brutales Übergewicht hatte. Ich musste ihn an der Grenze sofort teil-entladen, um weiterfahren zu dürfen. Aus einer wurden zwei Touren.

Wir kennen (im Westen) die Trinität (Dreieinigkeit | Dreifaltigkeit) von KÖRPER-GEIST-SEELE.

KÖRPER ist das, was nach „Ablaufdatum“ stirbt. Mit dem Körper identifizieren wir GEBURT und TOD, ein LEBEN. Unser Gesundheits-Bewusstsein ist meistens zunächst körperlich (physisch) ausgerichtet: gesunde Ernährung, gesundes Wasser trinken, gesunder Schlafen, gesunde Art des Lebensunterhaltes (Geldverdienen), gesundes Lebensumfeld (Wohnung, Haus, Stadt, Land), also eine recht „materialistische“ Sichtweise auf unsere Gesundheit. Und wir sprechen selten von einer gesunden Partnerschaft, eher von einer „toxischen“ (schrecklich, oder?)

GEIST identifizieren wir meistens mit „Verstand“ und SEELE mit „Gemüt“, Emotionen. Männer seien mehr geistige, Frauen mehr seelische Wesen. Wir (Frauen wie Männer) identifizieren uns dabei meistens mit unserem KÖRPER im Sinne: ICH BIN mein Körper. Wenn mein Körper nicht mehr richtig funktioniert, bin ich KRANK. Wenn mein Körper ALTERT, fühle ich mich ALT.

Das ist – in wenigen Worten – eine wenig spektakuläre und gewöhnliche Sichtweise dieser Trinität KÖRPER-GEIST-SEELE, in der wir in der westlichen Hemisphäre unseres Planeten aufwachsen.

(c) Pixabay-Foto von Johnhain

Und irgendwann (vielleicht gerade JETZT) kommen wir zu dem Bewusstsein, dass wir MEHR als das sind. Wir spüren: Da ist eine ENERGIE und da sind SCHWINGUNGEN, FREQUENZEN. Es gibt mehr an LICHT als nur das physikalischen Sonnenlicht. Jede einzelne unserer Zellen ist eine kleine Sonne, strahlt Licht aus (Biophotonen nach Fritz-Albert Popp). Menschen strahlen eine ENERGIE aus, haben CHARISMA und wir lernen, diese Energie im anderen zu lesen. Wir haben ein Energiefeld um uns herum (nennen dies AURA). Unser ENERGIEKÖRPER endet nicht an unserer Haut als unserer Membran zwischen Innen und Außen, sondern geht über unseren physischen Körper hinaus. Wir lernen, dass es nicht nur den physischen Körper gibt, sondern andere Schwingungskörper. Wir identifizieren uns nicht mehr mit unserem physischen Körper, sondern erwachen in ein Seelen-Bewusstsein. Unser Zentrum ist vom KOPF ins HERZ „gerutscht“, denn wir brauchen ein offenes Herz als „Tor zur Seele“. Wir entdecken „Herz-Intelligenz“.

Wir lernen, dass es unterschiedliche Energiezentren in unserem Körper gibt und nennen sie CHAKREN (oder Chakras). Wir lernen zu meditieren, lernen Yoga.

Und irgendwann und irgendwo durchbrechen wir unser physikalisch-materialistisches Weltbild von uns, Gott und der Welt. Wir werden „esoterisch“, „spirituell“. Wir entwickeln einer ernsthafte Identitätskrise: WER BIN ICH eigentlich? Wenn ich nicht mein KÖRPER bin, wer bin ich denn dann??!!

Und wir lernen: Diese NEUE SPIRITUELLE WELTSICHT ist ein „Import“ östlicher Lebensphilosophie aus Indien, speziell dem Hinduismus. Das wahrscheinlich größte Geschenk dieser einbrechenden neuen Weltsicht ist die INKARNATION („Fleischwerdung“), die Seelenwanderung! Unsere SEELE und unser GEIST denken gar nicht daran, mit dem Tod des Körpers auch „den Löffel abzugeben“. Wir beginnen immer mehr eine Ahnung von der Unsterblichkeit von SEELE und GEIST zu bekommen. Unsere größte Angst, die Angst vor den Tod, beginnt immer mehr zu schwinden. „Tod, wo ist dein Stachel?“ Vielleicht haben wir selbst „Nahtod-Erfahrungen“ oder können auf mysteriöse Weise mit Verstorbenen kommunizieren, nehmen ihre Nähe noch wahr. Vielleicht können wir uns von Ihnen in Dankbarkeit neu verabschieden. Es wird für unser EGO (= es geht ohne) immer verwirrender! Denn es gibt unter dem Himmel weit mehr als unsere Schulen uns weis machen wollen (frei nach Shakespeare).

(c) Pixabay von beetpro

Wir entwickeln ein neues SELBST-Bewusstsein. Früher war „selbst“ nur ein reflexives Pronomen. Kindern lernen schnell den Satz: „Das mache ich SELBST!“ Doch dann öffnet sich ein völlig neues, spirituelles Verständnis von SELSBT: Das SELBST ist die jeweilige EINHEIT von KÖRPER-GEIST-SEELE einer aktuellen Inkarnation. Und noch einen Schritt weiter: Die indische Spiritualität nennt dieses SELSBT: ATMAN.

Einer der großen spirituellen Philosophen der heutigen Zeit, Ken Wilber, nannte sein erstes Buch, das ihn weltweit bekannt machte: WEGE ZUM SELBST (im Original: „No Boundary“ = keine Grenzen).

1979 by Ken Wilber | dt. 1984 München (Kösel Verlag)

Das Buch ist heute noch eine gute Einführung in die NEUE SPIRITUALITÄT als Integration westlicher und östlicher Wege. „Ich selbst“ habe es 1988 gelesen und es hat mir meine Weltsicht um eine ganze Dimension erweitert, die Dimension des SELBST. Ken Wilber war es „selbst“, der nach diesem Buch „Wege zum Selbst“ das GANZE THEMA mit dem Titel DAS ATMAN-Projekt angepackt hat (> MEHR).

Der Begriff SELBST-Bewusstsein bekommt eine ganz neue Bedeutung: vom prahlenden EGO-Bewusstsein zum Bewusstsein seiner SELBST als Essenz über die vielen Inkarnationen. Das ist es, was wir von der indischen Spiritualität und dem geistigen Yoga lernen können. Halleluja!